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Fisch in Brandenburg an der Havel

Fisch

Land Brandenburg

Bereits seit Jahrtausenden gehört der Fisch zum Speisezettel des Menschen. Mit Netzen aus Fasern, geflochtenen Reusen, Weidenkörben oder Speeren geht der Mensch auf die Jagd nach dem wohlschmeckenden Wassertier. Bereits vor dem Sesshaftwerden stellten die Jäger und Sammler auch dem Fisch nach.

Mit dem Aufkommen des christlichen Glaubens im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung, der den Menschen eine Fastenzeit auferlegte und den Verzehr von Fleisch verbot, hat die Bedeutung des Fisches als Nahrungsmittel noch weiter zugenommen. Schon seit dem Hochmittelalter war in Brandenburg der Fischfang ein verbreitetes Handwerk. Fisch aus dem Havelland wurde von den hier ansässigen Slawen in die deutschen Gebiete jenseits der Elbe exportiert. Nach der Landnahme durch die Deutschen ab 1157 behielten die slawischen Fischer ihre Rechte. Strenge Gesetze regelten Fang, Verarbeitung und Verkauf.

Von der Gesamtgewässerfläche des Landes Brandenburg, insgesamt etwa 100.700 Hektar, werden derzeit 73.000 Hektar fischereilich bewirtschaftet. Davon werden 56.350 Hektar durch Betriebe der Erwerbsfischerei und mehr als 16.500 Hektar durch Angelvereine bzw. –verbände betreut. Im Land arbeiten noch etwa 300 Fischer.

Gefangen werden heute von den Berufsfischern vor allem Aal, Hecht und Zander. Zwischen 100 und 130 Tonnen Aal, 80 bis 110 Tonnen Hecht und 40 bis 70 Tonnen Zander gehen den brandenburgischen Fischern jährlich in die Netze. Schonzeiten und Mindestmaße sollen die Bestände schonen und den Beitrag der Fische zum Erhalt der Natur sichern.

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Stadt Brandenburg an der Havel

Die Stadt Brandenburg ist seit altersher mit dem Fischfang verbunden. Die herausgehobene Lage an der Havel mit ihren ausgedehnten Seen bot beste Bedingungen für dieses Handwerk. Nach der deutschen Kolonisation und Christianisierung ab 1157 war der Fischfang ein von den Slawen ausgeübtes Handwerk. Vor den Toren der Städte lebten slawische Fischer in ihren kleinen Siedlungen, den Kietzen. Der Altstädtische Fischerkietz kündet noch heute davon.

Plaue, ein Ortsteil von Brandenburg, war und ist noch heute bedeutendes Fischerstädtchen. Jährlich feiert die Bevölkerung im Juli Fischerjacobi. Das Fest zu Ehren des Heiligen Jacobus, des Schutzpatrons der Fischer, wurde einst begangen, um für einen guten Fang zu beten. Heute wird die Tradition fortgesetzt. Etwa zehn Fischer leben auf den Brandenburger Gewässern heute noch vom Fischfang.

Der Fischreichtum lockt natürlich seit Jahrzehnten viele Angler an und auf die Brandenburger Gewässer. Der bekannteste unter ihnen, Fritze Bollmann, soll hier sogar beim Angeln ertrunken sein.

Wer Historisches zum Fischfang sucht, wird im Archäologischen Landesmuseum im Pauli-Kloster fündig. Hier sind nicht nur Fischspeere aus verschiedenen Epochen ausgestellt, sondern auch das älteste Fischnetz der Welt. Dieses etwa 10.000 Jahre alte Relikt wurde bei Friesack im Havelland gefunden.

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